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Stausee bei Noßwitz

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Blick auf den Stausee in Richtung Noßwitz



Der Elster-Stausee bei Noßwitz konnte im Sommer 2004 auf sein 50-jähriges Bestehen zurückblicken. In den Jahren 1949 - 1954 errichtet, diente der Stausee bis 1989 der Trinkwassergewinnung und noch heute der Brauchwasserbereitstellung für das Chemiewerk Dölau.



Der Stausee,
den sich die Anrainer dreier Ortschaften und zweier Länder teilen, lockt zu jeder Jahreszeit Wanderer und Touristen zum Besuch des interessanten Areals in einer Länge von 2 Kilometern an.
Der Stausee, in der ehemaligen Flussschleife der Weißen Elster gelegen, wurde 1953 nach rund vierjähriger Bauzeit in der heutigen Form fertig gestellt. Mit der Dammerrichtung entstand eine Wasserfläche von 28 Hektar. Sein Fassungsvermögen beträgt zirka 800.000 Kubikmeter. Gespeist wird der Stausee von der Weißen Elster über eine 400 Meter lange Leitung vom ehemaligen E-Werk in Noßwitz aus.


Der Elsterstausee lädt zum Umwandern ein

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Die Landesgrenze zwischen Sachsen und Thüringen führt quer durch den Stausee (siehe auch Seite "Elsterberg verlassen" auf dieser Homepage!).

Das ist einer der schon historisch zu nennenden "Grenzsteine", die derzeit unter Wasser am Grunde des Stausees stehen. Eine kurze Zeit nur, während der vorübergehenden Trockenlegung vor Jahren zum Zwecke der Dammreparaturen waren sie sichtbar und Zielobjekte der Fotografen, Chronisten und Heimatforscher...



Gemeinschaftsarbeit von Karl-Heinz Zierdt (Text) und Rudolf Dick (Fotos):
Die Unterwasser-Grenze

"
Keine Angst, wir brauchen zur Grenzkontrolle weder U-Boote noch Torpedos. Es geht um den Sachswitzer Stausee, auch Dölauer oder Noßwitzer Stausee genannt, der sich über den ehemaligen Noßwitzer Mühlgraben aus der Elster auffüllt, selbst reinigt und als Brauchwasserspender an die chemische Fabrik in Greiz-Dölau wieder abgegeben wird. Das Einlassen auf einen Grenzstreit zwischen den Städten Greiz und Elsterberg oder den Ländern Sachsen und Thüringen lohnt sich wirklich nicht, denn das Studium alter und neuer Landkarten ist dermaßen dubios, also lassen wir lieber die Hände davon. Zum Beispiel weisen der Oberreithsche Atlas der Zeit um 1855 und das Messtischblatt 1892 den größten Teil des heutigen Gewässers als Noßwitzer Flurgebiet aus, nicht aber den Schaltis und seine Zufahrt. Auf jeden Fall gehörte das gesamte Schaltis-Areal, also das Felsplateau, immer zu Sachswitz, zum Fürstentum Reuß ältere Linie. Danach muß irgendwann im beginnenden 20. Jh. ein Austausch bzw. eine Begradigung stattgefunden haben. Die Karten des 20 Jh. weisen eindeutig die gesamte Südwest-Uferseite als Flur des Dorfes Noßwitz aus. Welche Veränderungen seit dem Bau des Dammes und der Gesamtanlage zu DDR-Zeiten vorgenommen wurden, muß bald einmal geklärt werden..."


"...Aber ein Positivum war festzustellen: Beim Ablassen des Wassers tauchte eine ganze Reihe alter Grenzsteine auf, die vermutlich leider nicht gezählt wurden. Sie wiesen beiderseitige Gravuren auf: KS + Zahl und auch FRAEL + Zahl, d. h., KS steht für Königreich Sachsen und FRAEL für Fürstentum Reuß ältere Linie. Die Zahl selbst gilt als Serien- oder Reihennummer, um die einst sehr komplizierte Nummerierungsfolge im Wiesen und späteren Seegebiet zu erkennen. Ähnlich erging es wohl sogar im Siedlungskern auch den beiden Dörfern Sachswitz und Görschnitz, die in absolut ungleichen Teilen beiden Herrschaftsgebieten unterstanden, bevor die Angelegenheit 1928 endgültig entschieden wurde."

Quelle: "Der Heimatbote"/Vogtländisches Kulturmagazin, Heft 2/93

Vorübergehende Trockenlegung des Stausees    
Die reußische Seite eines Grenzsteines   Die sächsische Seite eines Grenzsteines


Empfehlung:
Besuchen Sie auch die Homepage von Karl Heinz Böhm, Elsterberg. Er stellt wertvolle historische Postkarten auf seiner Website vor und auch Fotos vom Bau des Stausees.
Klicken Sie dazu auf den nachfolgenden Link:

Bilder vom Bau des Stausees

"...Als die Wiesen dort nach dem Zweiten Weltkrieg noch anstanden, beobachtete man öfter Weißstörche bei der Futtersuche. Eines schönen Sommertages im Jahre 1949 fanden Schüler dort eine tote männliche Zwergrohrdommel, die leider nicht präpariert werden konnte. Dafür wandelte sich die Gegend nun seit den 50er Jahren in ein Paradies für Angler, Natur- und Wasserfreunde.Doch mit notwendigen Reparaturarbeiten am jetzigen Wasserentnahmeturm erfolgte im Oktober 1991 die totale Entleerung des Stausees. Der Fischbesatz wurde teils verwertet, teils in die Weiße Elster umgesetzt. Rabenkrähen fraßen sich leider an Teichmuscheln satt..."

Quelle: Karl-Heinz Ziedt, "Der Heimatbote"/Vogtländisches Kulturmagazin, Heft 2/93

Empfehlung:
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